SOUTH PARK  GRÖSSER, LÄNGER, UNGESCHNITTEN > BACK - CINEPHREAK 
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Mit:
Trey Parker, Matt Stone, Isaac Hayes, George Clooney, Minnie Driver, Eric Idle, ...

Regie:
Trey Parker

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Trailer

Kritiken:
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[more to come]

Die Serie:
South Park (seit 1997)

Diverses:
Dialoge

[NEWS] Billige gemachte Zeichnungen, permanente Fäkalsprache, mangelhafte Subtilität - was soll der Scheiss? Wollen die uns was damit sagen? Genügt es nicht, dass "Die Simpsons" und "Beavis and Butthead" unsere Ordnung durcheinander bringen und das geregelte Leben anprangern? Die Kinder werden doch verdorben, von solch trashigen Programmen, die vermeintlich für erwachsene geschaffen wurden, und doch nur pubertierenden Gehirnen entspringen können, vorzugsweise männlichen. Immer nur Sex, Gewalt und Gefluche. Wo soll das hinführen?

Yeah! So geil! Der Angriff auf die spiessige und verlogene Gesellschaft schlechthin - gilt nicht nur für die USA, sondern wohl für den grössten Teil der Welt...

Spätestens wenn Terrance und Philip ihren Song "Onkelficker" anstimmen, und in bester Musical-Manier darbieten (und das geschieht gleich zu Anfang) sitzt Du nur noch da und glaubst gar nimma, was passiert. In jeder Sekunde passieren Dinge, bei denen die Stellen der freiwilligen Selbstkontrolle wohl an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit stossen. Und dennoch ist der Film teilweise ab zwölf freigegeben.

Wahrscheinlich befand sich die FSK in einem Dilemma: Setzt sie die Altersgrenze zu hoch an, entspricht sie genau dem, was im Film angeprangert wird, verzichtet sie darauf, verstösst sie gegen sämtliche ihrer eigenen Ansprüche (immerhin wird sogar mit dem Foto eines Penis' rumgewedelt, ich fürchte um die Psychohygiene des österreichischen Nachwuchses *g*)... Sie konnten's gar nicht richtig machen... ;-)

Diese Form der Zensur ist ohnehin zweifelhaft, denn wer sollte objektiv entscheiden können, was ab welchem Alter oder überhaupt den Menschen zuzumuten ist? Letztendlich kommt es bei vielen Filmen auch auf deren Interpretation an. Wer will, kann in "Southpark" ein vulgäres, anarchistisches Musical sehen oder auch geniale, aber deftige Gesellschaftskritik.

Als ich mir den Film zum ersten Mal ansah, war ich mit einem vierzehnjährigen dort, und das Durchschnittsalter in dem Kinosaal war wohl auch nicht weit darüber. Und ich bin mir sicher, kaum einer deren Eltern hatte auch nur eine leise Ahnung, was sich die Kids dort gaben...

Die Kids wiederum werden kaum den wahren Sinn des Films gecheckt haben, sondern hatten hauptsächlich ihren Spass mit all den verbotenen Wörtern - wenngleich die Ausdrucksweise der Kids heutzutage ohnehin den Ausstoss des Films bei weitem übertrifft, nicht nur in der Hinsicht sind sie ausgesprochen kreativ.

Weitverbreitete Methode um Missverständnisse dieser Art zu vermeiden ist die Altersgrenze. Bevor die Kids den Film falsch verstehen, sollten sie ihn sich gar nicht ansehen. Oder wenn, dann zwingt man wenigstens die Eltern dazu, als Begleitperson zu fungieren. Die Möglichkeit, mit ihnen den Film zu reflektieren, ist viel zu mühsam, da übertreibt man gleich a bisserl und erfindet die schädigende Wirkung solcher Filme - noch dazu nach einer interessanten Reihenfolge: Am schlimmsten ist die Darstellung sexueller Interaktion, dann erst jene der Gewalt und nicht zuletzt die Benutzung *böser* Worte.

"Southpark" widmet sich dem in voller Konsequenz: "Ficken" und derbe sexuelle Anspielungen am laufenden Band, mehrfach das schon genannte Foto von einem Penis, das schlimmste eigentlich, was über amerikanische Leinwände flimmern darf, wesentlich grausiger noch als die Vagina, die immerhin in Form der Klitoris vertreten wird. Und dann noch volle Action durch die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Kanada und der USA, blutig und unnötig brutal.

Political Correctness ist für die Macher ein Fremdwort, der Humor geht auf Kosten von Minderheiten, Frauen, Religionen, ja es wird sogar der 2. Weltkrieg in all seiner Grausamkeit eingebunden, Bill Clinton, Saddam Hussein, Bill Gates und sogar Satan himself haben ihre grossen Auftritte, aber nicht, ohne dabei völlig zur Schnecke gemacht zu werden. Sogar Ghandi kriegt sein Fett ab. Immer wieder bleibt einem das Lachen im Hals stecken, zurecht.

Die Krönung des ganzen ist, dass als Hauptdarsteller vier Volksschuljungs eingesetzt werden, die heftigst vor der bösen Welt bewahrt werden müssen, weil sie selbst in den Augen aller absolut unschuldige, harmlose, liebenswerte Wesen sind, die permanent Gefahr laufen, von ihrer Umwelt verdorben zu werden.

Die Lösung, sie zu isolieren und mit Drohungen und Moralpredigten von der gefahrvollen Realität fernzuhalten, ist natürlich ausgesprochen kritikwürdig. Nicht zuletzt deswegen, weil die kinderliebenden Erwachsenen ja zum Teil gar nicht mehr im Interesse der Kids handeln, weil sie in ihrer Überheblichkeit viel besser als diese selbst wissen, was für sie gut ist, bis zur Negation der an sie herangetragenen Meinungen.

Als ob das nicht genug wäre, versucht man sich lieber in der Kunst der Schuldzuweisung, die ja umso perfekter beherrscht wird, wenn es gilt, vom eigenen Unvermögen bzw. der eigenen Schuld abzulenken, noch dazu, da es so viele perfekte Sündenböcke gibt, die beschuldigt werden können, ohne selbst zu Schaden zu kommen - seien es nun die Gesellschaft, die Regierung oder gar das Ausland. Ooops, kann's sein, dass es da grade einen aktuellen Bezug gibt...?

Tja, auf den Monitoren bei den Kassen der UCI-Kinowelt befand sich schliesslich die Laufschrift "Southpark ist kein Kinderfilm"... Und trotzdem kennen wohl nur Kids (die ihn sich ohnehin oft genug auch zweimal anschauen :-)) und jüngere Leute die Serie, bzw. gehen in den Film - jene, die damit auf die Schippe genommen werden, bekommen ihn eh nie zu Gesicht. Leider.


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Last Update: © madLoOm 19.02.2000