Das Versprechen
"Bei meinem Seelenheil", sagt Polizist Jerry Black, "verspreche ich, Jennys Mörder zu finden."
Ein Versprechen, das er im Grunde nicht halten kann, denn er geht nämlich in Pension. Doch Black verbeißt sich in den Fall. Und um den
Mord an einem kleinen Mädchen aufzuklären, ist ihm nicht einmal jenes Risiko zu groß, ein anderes Kind als Köder zu benutzen.
Sean Penns Film basiert auf Friedrich Dürrenmatts gleichnamigem Roman und ist quasi ein multiples Remake. Die Story wurde unter dem
Titel "Es geschah am hellichten Tag" mehrfach verfilmt; u. a. mit Heinz Rühmann (1958) und, fürs TV, mit Joachim Krol (1996).
Dürrenmatt nannte sein Buch ein "Requiem auf den Kriminalroman". Der Film macht deutlich, was er damit gemeint haben könnte: Zwar steckt
"Das Versprechen" randvoll mit Thriller-Spannung, doch die genretypischen Grenzen zwischen Gut und Böse werden oft überschritten - vor
allem im Charakter des Cops, der kein strahlender Held ist, sondern eine Figur voller Brüche und Widersprüche.
Schauspielstar Sean Penn, dem hier eine überzeugende Regie-Arbeit gelingt, gibt dem Werk eine kühle Grund-Atmosphäre, auf deren Basis
die Emotionen heiß lodern.
Der Thriller ist ein Fest für die Darsteller; allen voran für Jack Nicholson. Der formt seinen Ex-Cop Black zu einem Mann mit tausend
Eigenschaften. Sanftmut und Raserei, Härte und Zärtlichkeit sowie eine Form von zielgerichteter Hartnäckigkeit, die ihn selbst zur Gefahr für
seine Umwelt machen - dieser Jerry Black zählt zu den bedeutendsten und ernsthaftesten Rollen des großen Schauspielers Nicholson.
Um ihn herum agiert ein tolles Ensemble, dessen Mitglieder den Spannungsbogen des Films noch intensiver strahlen lassen. Robin Wright
Penn, Vanessa Redgrave und Benicio Del Toro agieren in mehr oder minder kleinen Rollen mit atemraubender Präsenz und Präzision.
Gunther Baumann
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