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Mit:
Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Richard Harris, Maggie Smith, Alan Rickman, John Hurt, John Cleese, ...

Buch:
Joanne K. Rowling

Regie:
Chris Columbus

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Trailer

Kritiken:
Der Spiegel
Der Standard
Die Presse
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Schladdi

[NEWS] Harry Potter, das ist für mich auch ein bisschen Schwelgen in der Vergangenheit. Damals, als ich so alt war wie der kleine Zauberlehrling, verschlang ich "Die Fünf Freunde" oder "Die drei Fragezeichen" und vergleichbares mit großer Begeisterung... Hätt's nur damals schon Harry gegeben... Na ja, aber besser spät als nie, mich haben die vier Bücher von J. K. Rowling jedenfalls auch zu meinen Mitzwanzigern noch in ihren Bann ziehen können - um's intellektueller zu gestalten, hab' ich sie immerhin auf Englisch gelesen. ;-)

So gesehen bin ich also durchaus ein Harry Potter-Fan, was auf meiner Homepage ohnehin noch viel zu wenig rauskommt. ;-) Ich liebe Rowlings magische Welt und freue mich sehr auf den für dieses Jahr angekündigten fünften Teil. Mir bleibt dennoch unverständlich, wie daraus ein derartiger Hype werden konnte, denn so aussergewöhlich ist auch diese Geschichte nicht - und der Hype ist eigentlich auch der wirklich negative Aspekt an der Sache.

Es war schon beim Buch ein unverhältnismäßig großer Rummel, was aber dann der Film auslöste, war einfach nur noch verrückt. Spätestens als Warner Bros. durch die Welt zog, um das Copyright auf Potter penibel zu schützen, wurde die Angelegenheit nur mehr krank. Den - zumeist kindlichen - Fans, die ihre Begeisterung im WWW kundtaten, Probleme zu bereiten, ist schlichtweg lächerlich. Rowling gehört zu den reichsten Frauen Großbritaniens und der Time Warner-Konzern muss auch nicht grade um seine Existenz kämpfen...

Und nachdem dann auch noch ganze Regale in Spielwarengeschäften mit Potter-Devotionalien angefüllt wurden, verging mir die Lust, an dem Spektakel teilzunehmen, doch gründlich... Das ich mich dennoch verführen liess, lag einfach an der unbändigen Neugier und dem ziemlich guten Feedback, dass der Film bisher bekommen hatte.

Also saß ich vor ein paar Tagen mit einigen anderen gleichgesinnten Erwachsenen im Artis International und zog ihn mir in der englischen Originalfassung rein - wenn schon, denn schon. Es war eine winzige Leinwand, aber, und das hat mich am meisten überrascht, darauf kam's gar nicht so sehr an...

Der Film zog mich einfach in seinen Bann, und das obwohl ich ja die Bücher gelesen hatte. Ein ausgesprochen seltener Glücksfall. Wobei ich hier nur von der englischen Fassung sprechen kann, die wirklich gelungen ist.

Denn der Charme des "British English" kommt hier voll zur Geltung, und der spielte auch beim Lesen eine entscheidende Rolle. Gut, dass Rowling darauf bestanden hatte. Und verblüffender Weise wurde auch ein Großteil der Charaktere so besetzt, dass man sich rasch wie zu Hause fühlte. Besonders bei den Kids, also Harry (Daniel Radcliffe) und Ron (Rupert Grint), gelangen wahre Glücksgriffe. Hermione (Emma Watson) - sorry, falls die Namen nicht mit der deutschen Version übereinstimmen - dagegen wirkte gelegentlich etwas künstlich, aber in ihrer Arroganz wunderbar.

Beim Lehrkörper sticht vor allem Dumbledore, der Direktor von Hogwarts als Negativbeispiel hervor, ihm fehlt einfach die im Buch geschilderte Ausstrahlung. Und damit sind wir auch beim entscheidenden Kritikpunkt, wenngleich er auch irgendwo nachvollziehbar ist: Der Film hastet zu sehr durch die Geschichte, und Rowlings detailverliebte Welt lässt sich dadurch nur begrenzt zeigen... Viele Details und Nebenhandlungen, die das Buch besonders liebenswert machen, wurden fallen gelassen, was auch sein musste. Allerdings ging dabei auch Wärme verloren und das ist schade. Insofern ist es also eigentlich besonders ratsam, das Buch gelesen zu haben, um es voll zu erleben, und dann einfach noch an der hollywoodschen Visualisierung Spaß zu haben.

Auch hier wurde ganze Arbeit geleistet - schon alleine das Quidditch-Match erschien mir unverfilmbar, ist aber doch zu einem der Höhepunkte geworden.

Das aussergewöhnliche an Rowlings Potter-Büchern ist ja, dass hier, obwohl viele Klischees verwendet werden, das Böse nicht so offensichtlich ist und sowohl Bücher als auch Film von ungewöhnlicher Länge für das Zielpublikum sind - also beides eher von abschreckender Natur für den großen Erfolg... Um so erfreulicher also, dass es sich dennoch durchsetzen konnte.

So gesehen spricht also nichts dagegen sich Film und vor allem Buch gefallen zu lassen, wenn man nur das ekelige Marketing rundherum und die Machenschaften von Warner vergisst... Ausserdem ist's eh schon zu spät, der Film rangiert auf Platz vier der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, und das Buch hat's wohl auch längst in den Bestsellerolymp geschafft... Es hätte um einiges schlimmer kommen können... ;-)


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Last Update: © madLoOm 13.01.2002