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[NEWS] Die Kritiken haben meine Erwartungen an
"Fletchers Visionen" erheblich herabgesenkt. Vielleicht ein Grund, weshalb er
mir dann doch so gut gefiel. In der zweiten Hälfte verliert er zwar viel
von der Dichte seiner Gags und konzentriert sich mehr auf die Action, aber
insgesamt ist es wieder ein tolles Produkt vom Gespann Gibson/Donner (so wie
auch schon die "Lethal Weapon"-Serie oder "Maverick").
Ich hätte mir nie gedacht, daß Julia Roberts mal mit so einer
Leistung aufwarten könnte. Ich fand sie in "Prêt-à-Porter"
schon sehr sympathisch, aber hier legt sie noch ein Schäuflein nach.
Sie spielt ruhig und gelassen, so als ob sie in letzter Zeit unheimlich gereift
wäre. Mel Gibson dagegen kann sich nach seiner ernsten Rolle in "Kopfgeld"
(genial!) mal wieder so richtig gehen lassen. Macht er auch ausgiebig und sehr
zum Vergnügen der Zuschauer.
Störend wirkt nur der Schluß, der mal wieder hollywoodtypisch
ausfallen muß, obwohl er zunächst durchaus aus der Rolle zu fallen
scheint. Dann wäre das Ende vielleicht etwas traurig ausgefallen, wäre
aber sinnvoller gewesen als das tatsächliche. Na ja, aufgrund der guten
Sprüche kann man getrost darauf verzichten.
Und bitte: "Fletchers Versionen" ist Popcorn-Kino ohne Anspruch und auch nur
in begrenzter Weise mit "Akte-X" vergleichbar. Es werden einfach alle Klischees
der Paranoia überzeichnet und auf die Spitze getrieben. Es grenzt schon an
Idiotie, wenn Fletcher seinen Kühlschrank absperrt oder jeden Tag einen
anderen Weg benutzt, um seine Wohnung zu betreten. Aber es ist wirklich
ideenreich inszeniert. ;-)
Weil ich gerade auch den Bericht zu "Projekt:
Peacemaker" schreibe: Julia Roberts ruhige Art ist eigentlich die Umkehrung
eines beliebten Klischees: Ausnahmsweise ist es nicht die Frau, die hysterisch
von Einstellung zu Einstellung hetzt. Gibson ist der, dem man jederzeit einen
Herzinfarkt zutraut, während Roberts immer ausgeglichen ist und dadurch
Fletcher einigermaßen unter Kontrolle hält. |