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[NEWS] Mir kommt jetzt noch die
Gänsehaut, wenn ich an "Final Fantasy" denke. Die Computergrafik
war einfach zu genial. Ich möchte zwar nicht schon wieder den
audiovisuellen Orgasmus bemühen, aber hier trifft er wieder
einmal zu - ein heftiges Feeling. Die Szenenbilder sind unglaublich
realistisch geworden, und wer die Darstellung der Menschen kritisiert,
der ist nun wirklich kleinlich.
Nie zuvor wurden Menschen so gut simuliert. Natürlich ist's
noch nicht perfekt, die Bewegungen stimmen noch nicht, und an
Emotionen, sprich, Mimik, mangelt es den virtuellen Wesen
ebenfalls. Aber in dem Wissen, wie schwer es ist, dies nachzubilden
und dem bisherigen Stand auf dem Gebiet, ist das Ergebnis einfach
enorm ausgefallen. Jedes einzelne Haar, bis hin zum Bart, ist erkennbar,
die Haut von Pigmenten übersät, so dass man gelegentlich fast vergisst,
nur Grafiken vor sich zu haben... Der Zeitpunkt, da man nur noch mit
Mühe, wenn überhaupt, zwischen echten Menschen und deren
computergenerierten Abbildern unterscheiden kann, ist beinahe
gekommen...
Und spätestens da beginnt man eigentlich zu hinterfragen, was
für einen Sinn es macht, das ohnehin existierende perfekt
nachbilden zu wollen? Was macht die Faszination aus, Bilder vor
Augen zu haben, die zwar völlig real aussehen, aber künstlich
geschaffen wurden?
Wenn man nicht aus dem ganzen Potential der Fantasie schöpft...
Die Stärke der Technologie ist ja eigentlich, dass man ihr Facetten
abgewinnen kann, die in der Realität einfach nicht machbar sind.
Da versagt auch "Final Fantasy"... Dem atemberaubenden
Erscheinungsbild wurde eine sehr konventionelle Geschichte zugrunde
gelegt, die nur gelegentlich erahnen lässt, wozu diese neuen
Möglichkeiten nutzbar sind. Zum Großteil ist es eine Story, die
auch mit herkömmlichen Mitteln hätte verfilmt werden können.
Man vermisst die Aufhebung der Naturgesetze selbst durch
Banalitäten wie Kamerafahrten oder Betrachtungswinkel. Hier wären
der Fantasie keine Grenzen gesetzt, und doch hat man sich in
selbige weisen lassen.
Die Handlung strotzt von Pathos und altbekannten Mustern,
nichts lässt darauf schliessen, dass man ihr auch nur
annähernd so viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, wie dem
Erscheinungsbild.
Eigentlich hat dieses Manko eine vernichtende Wirkung auf
jeden Film, doch hier wird dem eben dieser enorme, noch nie
dagewesene Bilderrausch entgegengesetzt, der dies tatsächlich
auszugleichen vermag - allerdings nur aufgrund der Pionierleistung.
Bei einem weiteren "Final Fantasy"-Film wird dies nicht mehr
genügen...
Jedenfalls halt dies alles nichts, um den Film davor zu
bewahren, ein kommerzieller
Flopp
zu werden, jedenfalls im Verhältnis zu den Produktionskosten von
137 Millionen Dollar (kein Wunder bei vier Jahren Entwicklungszeit...
Das lässt sich aber wohl vor allem dem Scifi-Genre zuordnen, das
nicht jedermanns Sache ist. Die bisherigen computeranimierten
Streifen von "Toy Story" bis "Shrek" zogen ausserdem ein altersmässig
breiteres Publikum an, waren nicht düster sondern heiter.
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