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[NEWS] Schon der Anfang des Films reißt Dich brutal in die Welt
der Charaktere, schon hier werden Eigenschaften der Hauptfiguren
gezeigt. Und trotzdem ist es nur eine kleine Andeutung dessen, was
Dich im Laufe des Films fast ununterbrochen fesseln wird. Das ist
hauptsächlich vier Dingen zu verdanken: Der fabelhaften Regie von
John
Woo, dem unglaublichen Können von
Travolta
und Cage
- und dem Drehbuch, das zwar nicht unbedingt bedeutend ist, aber doch
weit über dem Durchschnitt liegt.
Die Story nur ganz kurz: Nach langer, mühseliger Jagd gelingt
es FBI-Mann Sean Archer
(John
Travolta) endlich, den Terroristen Castor Troy
(Nicolas
Cage) dingfest zu machen. Allerdings liegt er im Koma, verriet aber
kurz zuvor noch, daß er in Los Angeles eine Katastrophe größeren
Ausmaßes in die Wege geleitet hatte. Außer ihm weiß davon nur
noch sein paranoider Bruder Pollux (Alessandro Nivolo), der durch nichts zum
Geständnis gebracht werden kann. Doch es gibt noch eine Hoffnung: Archer
schlüpft in die Rolle Troys. Und zwar nicht mittels Verkleidung, nein,
dank einer kosmetischen Operation soll er Troy werden, vom Gesicht
über die Figur bis zur Stimme...
Selbstverständlich eine schwere Entscheidung für Archer,
weil keiner davon wissen darf - und mit schweren Folgen, da Troy aus dem
Koma erwacht und sich Archers Gesicht zulegt, während dieser in einem
Hochsicherheitsgefängnis versucht, Pollux zum Reden zu bringen. Troy
tötet alle, die über diesen Tausch bescheid wissen, übernimmt
Archers Rolle in jeder Hinsicht und befreit so seinen Bruder aus dem
Gefängnis, während Archer natürlich keinen davon überzeugen
kann, daß er gar nicht der wirkliche Troy ist...
Alleine dieser Rollentausch, eigentlich nur der Tausch von Äußerlichkeiten
macht den Film spannend - wie das aber die Schauspieler
Travolta und
Cage
meistern, ist einfach großartig. In keiner Sekunde vergißt man, daß
da jetzt der eine den anderen spielt. Sie übernehmen jeweils
perfekt die Eigenschaften des anderen, so daß natürlich
auch die anderen Charaktere den Unterschied wahrnehmen - aber siehe
da, auf beiden Seiten in durchaus positiver Weise.
Travoltas
Troy ist nicht mehr so rücksichtslos und eigensinnig und
Cages
Archer nicht mehr so verbissen und introvertiert.
Seltsam, wie sehr die beiden dann aber doch auch Teile der jeweils
gegensätzlichen Persönlichkeit annehmen oder wie leicht es
ihnen fällt, dann gegen die ehemaligen Verbündeten vorzugehen,
wenngleich natürlich eher gezwungenermaßen. Da natürlich
das Interesse des einen, sein Gesicht wiederzuerlangen, den Plänen
des anderen zuwiderläuft. Trotzdem bleibt die Frage, ob die radikale
Änderung der Umstände, des alltäglichen Umfeldes
tatsächlich so massive Auswirkungen auf die Persönlichkeit
des einzelnen hat...
Abgesehen von den darstellerischen Höhepunkten, ist es noch
Choreographie der Action, die Kamerarbeit, kurz: Die Technik, die einfach
überwältigend ist. Einige dieser Szenen beschwören die
Gänsehaut ob ihrer Perfektion geradezu herauf. Ein absoluter Wahnsinn,
rasant und unglaublich.
Negative Kritik besteht eigentlich nur am unnötigen Ende des
ilms und dem mangelnden Ausbau der weiblichen Hauptrollen, sowohl von
Joan Allen
(Archers Frau) und vor allem der fabelhaften
Gina
Gershon (Troys Gespielin). Allerdings fordert der Rollentausch ohnehin
die ganze Aufmerksamkeit, so daß es schwierig gewesen wäre,
auch noch anderen Charakteren ausreichend Raum zu verleihen. |