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[NEWS] Schade. Dreamworks hat noch immer
keinen Beweis geliefert, daß es das kreative Studio ist, das uns
Spielberg und Konsorten versprachen. "Projekt:
Peacemaker" war zwar nicht schlecht, "Mäusejagd" sogar sehr
lustig, "Amistad" soll mittelmäßig gewesen sein und "Deep
Impact" enttäuscht auch einigermaßen. Scheint so, als
würde sich Dreamworks kaum von der Masse abheben...
In Bezug auf "Deep Impact" äußert sich das
folgendermaßen: Der Trailer suggeriert einen Actionfilm rund um
einen Kometeneinschlag, da ist von Anfang an klar, daß die Story
wahrscheinlich dementsprechend unausgegoren ist und zu wünschen
übrig läßt. Ist auch nicht so wichtig, läßt
man sich halt von Dolby Surround niederblasen und von den tollen
visuellen Effekten blenden. Sind doch zusätzlich eine Menge guter
Nebendarsteller vorhanden, neben den oben genannten auch noch Blair
Underwood ("Im Sumpf des Verbrechens") oder Maximilian Schell ("Little
Odessa") und James Cromwell ("Ein Schweinchen namens Babe").
Leider versucht der Film dann aber doch, mehr zu sein. Auf
löbliche Art, bringt man doch mit Morgan Freeman ("Hard Rain")
einen schwarzen amerikanischen Präsidenten auf die Leinwand,
kritisiert man ein bißchen den übertriebenen amerikanischen
Ehrgeiz, immer der beste sein zu müssen und überläßt
man den Medien ausnahmsweise einmal eine positive Rolle, nämlich
die des Informationsanbieters. Auch werden viele kleine Geschichten um
die Darsteller gesponnen, wie es sich halt für einen
Katastrophenfilm gehört.
Das Ergebnis ist unglücklicherweise Überladung. Die
Schicksale der einzelnen Protagonisten mögen gar nicht so
uninteressant sein und in einem anderen Film vielleicht sogar von Reiz,
doch hier kommen sie einfach nur zu kurz. Die Beziehung von Elijah Wood
("Das Baumhaus") zu seiner Freundin zum Beispiel erscheint völlig
überflüssig, sieht man einmal von seinem beispielhaften Heldentum
ab.
Und damit sind wir schon beim nächsten Kritikpunkt, da in
dem Streifen nämlich derartig selbstlos und vorbildlich gehandelt
wird, daß einem schon fast wieder schlecht wird. Niemand erwartet
bei einem Film dieser Kategorie Realismus, noch nicht einmal oder erst
recht nicht was die Charaktere betrifft, aber der Kitsch und der Pathos
werden hier so übertrieben praktiziert, daß es leider das
Vergnügen am Film schmälert.
Genug rumgemäkelt. Die Kritik ist nur deshalb so heftig, weil
die Erwartungen zu hoch waren. Es gibt ja immerhin auch ein paar
löbliche Punkte, allen voran die visuellen Effekte. Es ist einfach
geil, wenn eine hunderte Meter hohe Flutwelle über New York
hereinbricht und ganze Wolkenkratzer zum Einstürzen bringt und
Brücken einreißt oder der Komet spektakulär durch
unsere Atmosphäre donnert.
Wie gesagt, auch die Darstellerriege ist hervorragend, zwar nicht
allen bekannt, aber dafür solide. Vanessa Redgrave ("Mission
Impossible") als Téa Leonis (spielt die Journalistin, die per
Zufall die ganze Geschichte um den Kometen aufdeckt) Mutter wirkt
angenehm natürlich und Recht witzig auch die Tatsache, daß
Téa Leoni ("Bad Boys") mit Gillian Andersons ("Akte X")
Synchronstimme spricht, wo sich doch die beiden Schauspielerinnen in
Wirklichkeit laut Klatschblätter (nicht, daß ich solche
lesen würde ;-)) gegenseitig am liebsten den Schädel
einschlagen würden.
Jetzt warten natürlich alle voller Spannung auf
"Armageddon"
mit Bruce Willis ("Der Schakal"), Liv Tyler ("U Turn"), Steve Buscemi ("Der
große Lebowski") und anderen von Michael Bay ("The Rock", "Bad Boys")
im Sommer in die Kinos kommt - da erwarte ich mir nun aber wirklich einen
"primitiven" Actionfilm, der mir die volle Dröhnung gibt. ;-) |