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[NEWS] Ich liebe
Pierce
Brosnan, Mann, ich mochte schon seine
"Remington
Steele"-Serie, hab' sie bis zum Abwinken gesehen, mir sogar
selbst ein Hörspiel draus gebastelt - das muss aber wohl auch schon
wieder Jahrzehnte her sein. Umso feiner, dass er jetzt als begehrtester
Agent aller Zeiten, als fast-bester Bond agiert,
James Bond.
Schade nur, dass ihm
"Die
Welt ist nicht genug" Kopfschmerzen zu bereiten
schien, jedenfalls wirkte er etwas verkrampft. Vielleicht wollte
er aber auch nur besonders britisch wirken.
"Der
Morgen stirbt nie" habe ich leider verpasst, aber bei
"Goldeneye"
hatte man das Gefühl, die Reanimation der Serie hat funktioniert. Auch
wenn es eine seltsame Mischung aus Sentimentalitäen und Zugeständnissen
an die Neunziger war.
Dass die aktuellen Filme nicht mehr mit jenen aus der
Connery
oder Moore-Zeit
zu vergleichen sind, ist irgendwo klar - Actionfilme gibt's
en Masse und einen neuen spektakulären Stunt zu entwickeln grenzt an ein
Ding der Unmöglichkeit.
Kann also Bond mit diesen anderen Produktionen mithalten? Ja, und zwar
auch gerade weil er immer noch wie seine Vorgänger gemacht wird,
und dadurch wirkt er einfach anders als aktuelle Hollywood Produktionen.
Der Nachteil ist, dass der Film immer irgendwie alt wirkt, nicht so, als
wäre er gerade in die Kinos gekommen. Und das funktioniert wohl nur,
weil Bond eine Marke ist. :-)
Neu ist ja, meinen jedenfalls alle, dass die Bondgirls nicht mehr solche
*Frauchen* sind, sondern emanzipierter, intelligenter - und halt noch
mehr sexy. In Ansätzen, vielleicht, ansonsten sind sie eigentlich nur die
Mädels, die Bond früher oder später flachlegt.
Überrascht war ich von der Performance Denise Richards. Bisher
fand ich diese Barbie
Puppe ziemlich stupide, in
"Wild Things"
und "Starship
Troopers" nervte sie nur. Aber ausgerechnet hier in Bond
bewies sie sowas wie Widerspenstigkeit und andere Qualitäten als
den lebendigen Kleiderbügel zu geben.
Die Wahl der Titelsonginterpreten war in den letzten Jahren genial.
Zuerst
Tina
Turner für
"Golden
Eye", beim letzen Mal
Sheryl
Crow
und auch
Moby und jetzt -
Garbage. Das sorgt für
Abwechslung, und zwar jedesmal sehr gute. Allerdings fand ich den Vorspann
vom aktuellen Bond visuell nicht sooo berauschend.
In einem Interview meinte
Brosnan
zu dem Product Placement
in den Bondfilmen, dass das meist sehr elegant gelöst werden
würde. Entweder er hatte ein restriktives Dialogbuch für
die Interviews erhalten, oder er wollte die Bondsche Ironie
ins Real Life transferieren. So offensichtlich, wie in
"Die
Welt ist nicht genug" Marken beworben werden, ist das schon wieder eine
Klasse für sich.
Als er zum Beispiel eine Türe knacken will, benutzt er dazu
eine manipulierte Visa-Karte,
und das kleine Ding prangt plötzlich
- wenn auch nur kurz - auf der Leinwand.
Nicht, dass ich ein Gegner davon wäre, eher im Gegenteil,
es ist durchaus eine legitime Art der Finanzierung und sorgt bei mir
höchstens für Heiterkeit.
Seltsam eigentlich, dass sich die Bond-Filme so sehr modernen
Trends verweigern. Zwar stehen hier auch
dutzende Flachbildschirme rum, aber in einer der Stuntsequenzen fährt
Bond noch immer Ski,
anstatt das trendigere
Snowboard zu nehmen -
wahrscheinlich entspricht das eher seiner distinguierten Arroganz.
Ein Bond noch, dann tritt
Pierce
Brosnan ab (oder nicht?), im nächsten Teil wird
Q
(oder nicht?) abgelöst... Es tut sich was (oder nicht?), und
das hoffentlich noch lange... |