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[NEWS] Drogen sind ja eigentlich
schon ein heikles Thema. Gerne wirft man alle in einen Topf,
und prinzipiell sind alle verwerflich, ausser, darauf hat man
sich geeinigt, Alkohol. Begründen kann's keiner, aber wirklich
zu fragen traut sich auch niemand. Warum Mensch überhaupt
Drogen braucht, ist die andere große Frage, worauf eigentlich
auch keiner eine sinnvolle Antwort zu geben vermag.
Es ist jedenfalls alles höchst moralisch, und wie auch immer
man seinen Standpunkt anlegt, man läuft schnell Gefahr,
schubladisiert zu werden - oder gar kriminalisiert. Neuerdings
ist's in Ösiland ja sogar verboten, im Internet (oder sonstwo)
zu behaupten, Cannabis-Konsum wäre ungefährlich oder gar
richtiggehend angenehm.
Hinzu kommt noch, dass man ja heute möglichst auch Position
beziehen muss - neutral zu sein, das zeigt sich nicht nur
in der Hinsicht unserer verstaatlichten Neutralität, ist out.
Das zwingt viele Unwissende dazu, eine Stellungnahme abzugeben,
die der Realität nicht weiter entfernt sein könnte. Oder auch
viele wider besseres Wissen, um ihre Unterwürfigkeit zu
demonstrieren oder auch ihre Macht auszuüben, zu argumentieren.
"Blow" bildet da eine angenehme Ausnahme. Natürlich ist der
Film nicht frei von Tendenzen, die sehr dem (konservativen)
Mainstream entsprechen, aber er erzählt vor allem seine Story,
und wertet kaum. Das bringt ihm einen gehörigen Pluspunkt
gegenüber dem ansonsten besseren "Traffic", das mir wesentlich
"moralischer" in Erinnerung ist, wenngleich auch noch im
Rahmen.
Über den Rest mag man streiten. "Blow" folgt eine wahren
Geschichte, und wie "wahre Geschichten" in Hollywood behandelt
werden, ist hinlänglich bekannt. Noch behauptet man dort drüben
neben Kommerz auch Kunst abzuliefern, und die dabei
herausgenommene Freiheit verzerrt natürlich das Bild.
So ist es recht unwahrscheinlich, dass ein so lieber Kerl
wie der von Johnny Depp gespielte George Jung in einem so
brutalen Business wie dem Drogenhandel so weit kommt - selbst
wenn er einer der Pioniere war, was die Region USA betrifft.
Auch seine Naivität kann kaum so weit gediehen sein, wie im
Film geschildert. Aber gut, um halbwegs die Produktionskosten
wieder einzuspielen, muss der Hauptcharakter wohl sympathische
Züge haben, wer wollte ihn sonst schon sehen?
Ansonsten ist "Blow" sehr routiniert aufgenommen, ohne
größere Besonderheiten, im Gegenteil, einige Details sind
offensichtlich den bekannteren (und besseren) Produktionen
des Genres entnommen. Aber gut geklaut ist halb gewonnen.
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