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Das Blair Witch Projekt > Goto Movieweb
Mit:
Heather Donahue, Michael C. Williams, Joshua Leonard Carter, ...

Regie:
Daniel Myrick & Eduardo Sánchez

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Trailer

Kritiken:
[more to come]

[NEWS] Eigentlich ist es ja kein Wunder. Kaum überträgt man einer Frau die Leitung, geht alles schief. Wie sollten sich sonst drei Erwachsene gegen Ende des 20. Jahrhunderts mitten in den USA im Wald verlaufen?

...

Aaahh! *duck* War ja... *flücht* ... nur ... *abwehr* ... ein ... *Schutz such'* ... Scherz!

Aber ehrlich, einer Frau die Landkarte überlassen...

Autsch! Hilfe! *renn* Okay...! *keuch* Ich hör' ja schon auf.

Hunderttausende Leute rennen, um sich einen - mehr oder weniger - Amateurfilm reinzuziehen, "Das Blair Witch Project", von manchen auch liebevoll "Blair Bitch Project" genannt, zahlen genauso viel wie für aufwendige Horrorfilme aus Hollywood, und verzichten gar auf geile Special Effects, fulminanten Surround Sound...

Mensch, gibt es doch noch Hoffnung?

Oder war's das gleiche Phönomen, das Tamgotchis zu Megasellern und die Spice Girls zu Ikonen machte? Das pure Mitlaufen mit der breiten Masse, um nur ja hip zu bleiben?

Wohl eher, jedenfalls wenn man den Kommentaren der Mitkinogeher lauschte, die immer was sehen wollten, die Blut und Monster verlangten.

Dabei hab' zumindest ich schon lange nicht mehr bei einem Film so "mitgefühlt", wie bei jenem hier.

Jedenfalls kann ich Dir sagen - es lohnt sich, ihn anzusehen, wenn Du nicht nur Action im Kino brauchst, sondern noch einen Rest Fantasie hast, und man Dir nicht alles bis ins kleinste Detail zeigen muss, sondern einiges offen bleiben kann...

Da der Film aber hauptsächlich davon lebt, das man möglichst wenig über ihn und den Inhalt weiss, empfehle ich Dir, ihn erst anzusehen, und dann den Rest zu lesen. Also zisch' ab, falls Du das schändlicherweise bis jetzt noch nicht geschafft hast.

Du hast ihn also schon gesehen? - Dann geht's hier weiter! :-)

DER REST

Frauen, sag' ich - auf der einen Seite spricht man ihnen mehr Belastbarkeit zu, und auf der anderen sind sie die ersten mit hysterischen Anfällen, die Verursacher allen Chaos'. Männer wissen das wenigstens besser zu verbergen.

Okay, ich fürchte, dieser sexistische Humor wird mich einige Jahre meines Lebens kosten, wenn ich nicht bald damit aufhöre. Wo waren wir? A ja, die Böse Hexe von Blair.

Fandest Du ihn auch so genial? Konntest Du auch mitfühlen, wie die Panik entstand, als sie zwar hörten, dass etwas da war, aber nichts sahen? :-)

Es braucht eigentlich gar nicht viel, sich vorzustellen, wie Du Dich fühlen würdest, wenn Du im Wald wärst, in einem kleinen Zelt, total ungeschützt und absolut seltsame Geräusche dringen zu dir - dann findest Du plötzlich seltsame Gebilde, die am Abend zuvor nicht da waren und schliesslich verschwindet ein Mitglied Deiner Gruppe...

Sie benutzten nicht mehr als die Kameras und die Dunkelheit, um das Gruseln zu bewirken, keine Monster, nichts Übernatürliches, und bis auf den blutigen Fund Heathers nichts Ekliges.

Was nicht von den anderen Horrorfilmen abwich, war das irrationale Verhalten, dass Heather, Mike und Josh an den Tag legten. Vom Wegwerfen der Karte bis zum Geheimhalten der Überreste Josh's.

Nur, zunächst muss man wohl jedem Geschichtenerzähler ein paar Freiheiten zugestehen, um die Spannung zu erhalten, und zum anderen sind wahrscheinlich nur die wenigsten von uns schon in vergleichbaren Lagen gewesen, um die dabei aufkeimende Panik und das Zusammenwirken von Hunger, Müdigkeit, Kälte und dem Gefühl der Verlorenheit verstehen zu können.

Wir müssen doch bestenfalls um einen Sitzplatz in der U-Bahn kämpfen und schreien schon McDonald's, wenn wir zwei Mahlzeiten ausgelassen haben, geraten in Panik, wenn wir wieder mal schwarzfahrend den Kontrollor kommen sehen...

Auch die Bessesenheit von Heather, alles aufzuzeichnen, gleich wie schrecklich die Situation war - das wirkte schon sehr aufgesetzt, damit man nur ja nicht den Filmstil ändern musste... Aber zugegeben, ich bin selbst gelegentlich besessen, und das kann man dann einfach nicht mehr rational nachvollziehen... :-)

Der eigentliche Hammer war aber das Ende, es so offen zu lassen, war ziemlich mutig. Und nicht nur das, es war auch noch dazu kein Happy End. Und kam eigentlich völlig unvermittelt - grade noch warst Du mitten drin im Horror, schon kommt der Abspann.

Was ist, hat jemand Lust, den fantasieloseren Leuten zu zeigen, wie der Film ausgegangen wäre? Schreibt doch mal, ich verspreche auch, das hier zu veröffentlichen!

Trotzdem, alles, das jetzt für das Hexenprojekt spricht, wird vor allem durch die Einzigartigkeit der Kombination von wackelnder Handkamera und dem Verzicht auf aufwendige Effekte gerechtfertigt. Okay, ja, es gab vergleichbare Projekte, aber das Hexen-Team hat halt am meisten draus gemacht, drum wird ihr Film jetzt auch mehr besprochen als die Versuche davor.

Natürlich haben alle irgendwo recht, dass die Story nicht umwerfend neu ist, und natürlich ist es leichter, diesen Film nachzuahmen, als einen Big Budget Horrorstreifen, an dem hunderte Leute mitwirken.

Jeder weitere Film, der sich dieser Technik bedient, wird bestenfalls eine gute Kopie werden - aber so war das immer. Es kann halt nur einen geben, der als erster da ist - bzw. als erster ausreichend Bekanntheit erlangt.

Aber, lieber Freund, wenn Du meinst, dass das alles so leicht zu schaffen ist - dann tu's! Schnapp' Dir ein paar gute Freunde, 'ne Kamera und schreib' eine Geschichte - schau', ob Du ähnlich viel Spannung erzeugen kannst...

Titelvorschlag: "Das SCS-Parkplatz-Projekt". Auf der Suche nach dem auf einem von 8000 Gratisparkplätzen abgestellten Wagen, entkommt eine Gruppe junger Menschen nur knapp dem Tod durch Überfahren und überfallen werden, und vor allem entgehen sie in letzter Sekunde noch der totalen Pleite, da sie rechtzeitig den Ausgang aus einem verwunschenen Gebäude namens SCS finden...

Zum Abschluss muss ich noch einen Freund zitieren, Mario war's, als wir noch frische zwölf oder dreizehn waren, und uns unsere Werklehrerin wieder irgendwie traktierte: "Kaum lässt man eine Frau ins Space Shuttle, stürzt es auch schon ab."

Nach dem Verfassen dieser Filmkritik erwäge ich ernsthaft, den Rest meines Lebens in einem abgeschiedenen Männerkloster zu verbringen - auch wenn ich es in kauf nehmen muss, eventuell sexuell belästigt zu werden. Aber die Furcht vor den Waffen der Frauen ist einfach grösser...


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Last Update: © madLoOm 15.11.1999