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[NEWS] Ein Junge aus der englischen
Arbeiterklasse, der Balletttänzer werden will... Hört sich nach einer
sehr konstruierten Story an, um möglichst alle Register des
Gefühlskinos ziehen zu können... Das konnte zum Glück vermieden werden,
der Film ist wunderbar geworden.
So wäre es ja naheliegend gewesen, die Sexualität des Jungen besonders
zu betonen, entweder um dem Klischee gerecht werden zu können, dass man
vom Bild des Balletttänzers hat, oder um betont dem entgegen zu wirken.
Es bleibt einfach offen, und wird erstaunlich locker behandelt - ohne
allerdings zu behaupten, dass nicht eine gewisse Homophobie dabei eine Rolle
spielt.
Der wahre Schatz dieses Films ist aber vor allem der Junge, der mit
einer derartigen Ausdrucksstärke und Energie spielt, dass es einfach nur
genial ist, ihm zuzuschauen, wie er sich durch die Irrungen und Wirrungen
der Gesellschaft kämpft, vielleicht ein wenig zu optimistisch, wenn man
die Rahmenbedingungen bedenkt - nämlich die englische Arbeiterklasse, und das
auch noch während grober Auseinandersetzungen mit den ausbeuterischen
Bergwerksbesitzern.
Aber auch hier wurde sehr viel auf Humor gesetzt, so dass die Arbeiterkämpfe
und Differenzen zwischen Streikbrechern und Arbeitswilligen ganz gut rüber kommen.
Mit sehr langen und vor allem ruhigen Einstellungen ergänzt Regisseur
Stephen Daldry wunderbar die Talente seiner Schauspieler. Er nimmt sich
Zeit, beobachtet die Menschen ganz genau und lässt ihnen viel Raum, ihre Rollen
darzustellen. Es gibt nur wenige Filme, die so viele Gelegenheiten bieten, das
Schauspiel richtig auf sich wirken zu lassen. |