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[NEWS] Stell' Dir vor, Du bist mit jemandem unterwegs, und er geht
Dir auf die Nerven. Würdest Du ihm das sagen? Oder würdest Du
höflich bleiben und warten, bis die Angelegenheit vorüber ist?
Jack
Nicholson spricht sich aus. Er darf das in diesem großartigen,
bissigen Film, der natürlich auch zu einem Großteil von ihm
lebt, dem Mann mit dem Grinsen. Natürlich ist
Jack
nicht auf beliebige Art gemein (bzw. ehrlich) zu seinen Mitmenschen, Melvin
Udall - die von ihm gespielte Figur ist krank. Hochintelligent, aber unfähig,
mit anderen Menschen umzugehen. Leidtragende sind alle, sein schwuler Nachbar,
die mittellose Kellnerin, seine Fans (er ist Bestsellerautor) - wer auch
immer versucht, mit ihm zu interagieren, bekommt seine "Feinfühligkeit"
zu spüren. Einzig diese Kellnerin weiß einigermaßen mit
seinen Attacken umzugehen, und sie ist es auch, die ihn zwingt, sich zu
ändern, oder zumindest um Änderung zu bemühen. Sie und der
Hund des Nachbarn, den er übernehmen muß, nachdem dieser ausgeraubt
und zusammengeschlagen wurde...
Das bietet schon Stoff für feine Dialoge und die sind dem Drehbuchautor
Mark Andrus wirklich gelungen, zu Recht wurde er deswegen für den
Oscar nominiert. Er begnügt sich nicht mit bravem Humor, verfällt
aber auch nicht ins Dumme oder Slapstick. Politische Unkorrektheit in ihrer
besten Form, wenn eben Schwule, Arme, Schwarze, Frauen, Juden und andere
ihr Fett abbekommen. Die Story selbst, die Kellnerin verliebt sich nach
und nach in das Ekel, ist weniger originell - aber von allen brilliant
gespielt, wobei es besonders Helen Hunt nicht leicht hatte, trotz des übermächtigen
Jack
noch die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dieser wiederum verläßt
sich ganz auf sein Mienenspiel und seine Ausstrahlung, um den Film zu tragen,
mit Erfolg.
Kleinigkeiten machen "Besser geht's nicht" liebenswert. Daß
ein kleiner Junge und ein winziger Hund involviert sind, erscheint zunächst
als billiger Trick, weil natürlich jeder weiß, daß man
laut Hollywood diesen Lebewesen kaum widerstehen kann, noch nicht einmal
so ein widerspenstiger Typ wie dieser Melvin. Aber auch sie bekommen seinen
derben Humor zu spüren und erst langsam, mehr durch die Kellnerin
als die "natürliche" Wirkung von Kindern und Tieren erfolgt eine Veränderung
in ihm.
Am besten läßt sich die Qualität des Films vielleicht
durch seine Wirkung auf den Zuschauer, oder wenigstens auf mich, denn für
alle kann ich kaum sprechen, beschreiben: "Besser geht's nicht"
zauberte fast permanent ein Schmunzeln in mein Gesicht und sorgte für
ständige Heiterkeit, gepaart mit dem Interesse daran, wie ein Mensch
so ist, ohne dem, was wir im allgemeinen die kleinen alltäglichen
Lügen nennen könnten, Höflichkeit, Respekt und Rücksichtnahme,
dem die Empathie fehlt. Der gleichzeitig voller Egoismus ist und in sich
selbst das Zentrum des Universums sieht. Im Grunde genommen ist er also
ein ganz normaler Mensch, dem manche wahrscheinlich die Tugend der Ehrlichkeit
attestieren würden. Daß die in seinem Fall zur Einsamkeit führt,
welche wiederum verhinderte, daß er seine soziale Intelligenz ausbauen
konnte, ist eine andere Geschichte. |