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[NEWS] Den Film habe ich beinahe fanatisch erwartet, jedes Mal,
wenn der Trailer lief, bekam ich eine Gänsehaut und wollte ihn endlich
sehen. Dementsprechend hoch waren natürlich die Erwartungen. Und im
Grunde kann man sagen, daß sie erfüllt wurden, so gut es halt
ging. Weiterhin bleibt der zweite Teil,
"Aliens"
(1986) von James
Cameron, der beste, dicht gefolgt von
"Alien"
(1979) unter der Regie von Ridley
Scott - und dann erst folgt der neueste, womit er immer noch
besser als
"Alien³"
(1992) von David
Fincher ist. Die Begründung: Teil zwei ist voll von Action
und Spannung, beim ersten Teil regiert nur die Spannung, dafür sehr
erfolgreich, während Teil drei zwar toll ausgestattet ist und optisch
einen interessanten Eindruck macht, aber die Spannung auf der Strecke bleibt.
Und was ist nun mit der Wiederauferstehung von Ripley im neuesten Teil?
Toll, daß er so wie alle anderen "Alien"-Filme
eigenständig ist, sich vom Aufbau und dem Erscheinungsbild mit keinem
der anderen vergleichen läßt und somit wieder etwas Neues ist.
Wir befinden uns wieder auf einem Schiff, Kurs Erde, wie im ersten Teil
und wie immer ein hermetisch abgeschlossener Raum, aus dem es fast kein
Entrinnen gibt - trotzdem ist es nicht ganz gelungen, die klaustrophobische
Atmosphäre aus den ersten beiden Teilen zu wiederholen, was die Spannung
reduziert. Aber nicht eliminiert.
200 Jahre sind vergangen, Ripleys "Zeitreise" hat also den größten
Sprung hinter sich, aber sie ist nicht mehr dieselbe. Sie ist das Resultat
eines gentechnischen Experiments, bei der man ihre DNS und jene des Aliens
einfach zum Klonen verwendet hat. Natürlich nur, um das Alien auszubeuten,
alle Warnungen in Bezug auf dessen Gefährlichkeit in den Wind schlagend.
Man will es wieder zähmen und für den Segen der Menschheit gebrauchen.
Für Ripley, mit genetisch verankerten Erinnerungen ausgestattet, nichts
Neues und vorhersehbar: Die Aliens kann man nicht kontrollieren...
Ripleys ursprüngliche Mission, das Alien endlich auszulöschen,
ist inzwischen unbedeutend geworden. Nicht nur, weil sie nun selbst Alien-Gene
in sich trägt und weder Mensch noch Alien ist, sondern ein Zwischending,
das sich zu keinem zugehörig fühlt, sondern wohl auch, weil der
Kampf scheinbar nie ein Ende finden wird, da die Menschen doch unbelehrbar
bleiben. Was bleibt, ist ihr Einzelkämpfertum, jetzt nur mehr, um
das eigene Überleben zu sichern, obwohl ihr selbst das nicht mehr
viel bedeutet. Sie begegnet der Welt mit Zynismus und einer gewissen Gleichgültigkeit,
die Verbissenheit im Kampf gegen das Alien, um den Menschen zu helfen,
hat sie abgelegt.
Im selben Maß, wie Ripleys Eigenschaften im Laufe der Zeit mutierten,
paßte sich auch das Alien den menschlichen Gegebenheiten an und machte
mit rasanter Evolution die selbe Annäherung wie Ripley den Aliens
gegenüber in umgekehrter Weise durch. Immer mehr wird die Schläue
dieser "Monster" deutlich, ihre Skrupellosigkeit, die sie auch nicht davor
zurückschrecken lassen, die eigenen zu opfern, wenn es dem Weiterkommen
dient.
Das Wesen, dem die meiste Menschlichkeit von Ripley (und den Kritikern)
attestiert wird, ist ein Android, Call (Winona
Ryder). Und tatsächlich ist sie die einzige, deren Beweggründe
nicht der Egoismus sind. Die auch eine geheimnisvolle Beziehung zu Ripley
eingeht, gleichzeitig von ihr fasziniert und abgestoßen. Auch hier
fand also eine Entwicklung statt - der Roboter hat sich vom Sklaven der
Firma zum selbständigen Wesen entwickelt, selbständiger als alle
Menschen, die immer wieder in den Clinch mit den Aliens geraten.
Wer nun in der Presse gelesen hat, daß der Film mit skandalösen
Andeutungen auf lesbischen Sex und einer erotischen Szene mit Aliens aufwartet,
der kann nur lachen. Die gemeinten Szenen scheinen das durchaus provozieren
zu wollen, aber auf so verhaltene Weise, daß jede Schlagzeile in
diese Richtung der Lächerlichkeit preis gegeben wird.
Ziel des Raumschiffs, in dem sich alles abspielt, ist die Erde, auch
der Ort des Showdowns. Die Wege für einen fünften Teil sind also
mehr als geebnet. Es ist nur eine Frage des Einspielergebnisses - und der
Qualität des nächsten Drehbuches, wenn es nach
Sigourney
Weaver geht. Ich würde mir wünschen, daß die
letzte Runde einer der besten Serien der Welt, noch nicht über die
Leinwand geflimmert ist...
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