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Alien IV - Die Wiedergeburt > Goto Movieweb
Mit:
Sigourney Weaver, Winona Ryder, Ron Perlman, ...

Regie:
Jean-Pierre Jeunet

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Trailer

Kritiken:
[more to come]

Alle Teile:
Alien (1979)
Aliens - Die Rückkehr (1986)
Alien³ - Die Wiedergeburt (1992)

[NEWS] Den Film habe ich beinahe fanatisch erwartet, jedes Mal, wenn der Trailer lief, bekam ich eine Gänsehaut und wollte ihn endlich sehen. Dementsprechend hoch waren natürlich die Erwartungen. Und im Grunde kann man sagen, daß sie erfüllt wurden, so gut es halt ging. Weiterhin bleibt der zweite Teil, "Aliens" (1986) von James Cameron, der beste, dicht gefolgt von "Alien" (1979) unter der Regie von Ridley Scott - und dann erst folgt der neueste, womit er immer noch besser als "Alien³" (1992) von David Fincher ist. Die Begründung: Teil zwei ist voll von Action und Spannung, beim ersten Teil regiert nur die Spannung, dafür sehr erfolgreich, während Teil drei zwar toll ausgestattet ist und optisch einen interessanten Eindruck macht, aber die Spannung auf der Strecke bleibt.

Und was ist nun mit der Wiederauferstehung von Ripley im neuesten Teil? Toll, daß er so wie alle anderen "Alien"-Filme eigenständig ist, sich vom Aufbau und dem Erscheinungsbild mit keinem der anderen vergleichen läßt und somit wieder etwas Neues ist. Wir befinden uns wieder auf einem Schiff, Kurs Erde, wie im ersten Teil und wie immer ein hermetisch abgeschlossener Raum, aus dem es fast kein Entrinnen gibt - trotzdem ist es nicht ganz gelungen, die klaustrophobische Atmosphäre aus den ersten beiden Teilen zu wiederholen, was die Spannung reduziert. Aber nicht eliminiert.

200 Jahre sind vergangen, Ripleys "Zeitreise" hat also den größten Sprung hinter sich, aber sie ist nicht mehr dieselbe. Sie ist das Resultat eines gentechnischen Experiments, bei der man ihre DNS und jene des Aliens einfach zum Klonen verwendet hat. Natürlich nur, um das Alien auszubeuten, alle Warnungen in Bezug auf dessen Gefährlichkeit in den Wind schlagend. Man will es wieder zähmen und für den Segen der Menschheit gebrauchen. Für Ripley, mit genetisch verankerten Erinnerungen ausgestattet, nichts Neues und vorhersehbar: Die Aliens kann man nicht kontrollieren...

Ripleys ursprüngliche Mission, das Alien endlich auszulöschen, ist inzwischen unbedeutend geworden. Nicht nur, weil sie nun selbst Alien-Gene in sich trägt und weder Mensch noch Alien ist, sondern ein Zwischending, das sich zu keinem zugehörig fühlt, sondern wohl auch, weil der Kampf scheinbar nie ein Ende finden wird, da die Menschen doch unbelehrbar bleiben. Was bleibt, ist ihr Einzelkämpfertum, jetzt nur mehr, um das eigene Überleben zu sichern, obwohl ihr selbst das nicht mehr viel bedeutet. Sie begegnet der Welt mit Zynismus und einer gewissen Gleichgültigkeit, die Verbissenheit im Kampf gegen das Alien, um den Menschen zu helfen, hat sie abgelegt.

Im selben Maß, wie Ripleys Eigenschaften im Laufe der Zeit mutierten, paßte sich auch das Alien den menschlichen Gegebenheiten an und machte mit rasanter Evolution die selbe Annäherung wie Ripley den Aliens gegenüber in umgekehrter Weise durch. Immer mehr wird die Schläue dieser "Monster" deutlich, ihre Skrupellosigkeit, die sie auch nicht davor zurückschrecken lassen, die eigenen zu opfern, wenn es dem Weiterkommen dient.

Das Wesen, dem die meiste Menschlichkeit von Ripley (und den Kritikern) attestiert wird, ist ein Android, Call (Winona Ryder). Und tatsächlich ist sie die einzige, deren Beweggründe nicht der Egoismus sind. Die auch eine geheimnisvolle Beziehung zu Ripley eingeht, gleichzeitig von ihr fasziniert und abgestoßen. Auch hier fand also eine Entwicklung statt - der Roboter hat sich vom Sklaven der Firma zum selbständigen Wesen entwickelt, selbständiger als alle Menschen, die immer wieder in den Clinch mit den Aliens geraten.

Wer nun in der Presse gelesen hat, daß der Film mit skandalösen Andeutungen auf lesbischen Sex und einer erotischen Szene mit Aliens aufwartet, der kann nur lachen. Die gemeinten Szenen scheinen das durchaus provozieren zu wollen, aber auf so verhaltene Weise, daß jede Schlagzeile in diese Richtung der Lächerlichkeit preis gegeben wird.

Ziel des Raumschiffs, in dem sich alles abspielt, ist die Erde, auch der Ort des Showdowns. Die Wege für einen fünften Teil sind also mehr als geebnet. Es ist nur eine Frage des Einspielergebnisses - und der Qualität des nächsten Drehbuches, wenn es nach Sigourney Weaver geht. Ich würde mir wünschen, daß die letzte Runde einer der besten Serien der Welt, noch nicht über die Leinwand geflimmert ist...


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Last Update: © madLoOm 17.07.1999