A.I. ARTIFICIAL INTELLIGENCE > BACK - CINEPHREAK 
A.I. Artificial Intelligence > Goto Movieweb
Mit:
Haley Joel Osment, Frances O'Connor, Sam Robards, Jake Thomas, Jude Law, William Hurt, ...

Regie:
Steven Spielberg

Links:
Official Homepage
Yahoo! Suchergebnisse
Imdb
MovieWeb
Film.at
Einspielergebnis

Trailer

Kritiken:
Der Standard
Die Presse
Film.at
Filmkritik.at
Kurier
Schladdi

[NEWS] Man könnte meinen, Duracel hat bei diesem Film Pate gestanden - zumindest ist es die längste und teuerste Werbung aller Zeiten für diese ewigwährende Batterie, bloß dass sie hier keinen Hasen sondern einen Jungen und einen Teddybären betreibt. Aber das sei nur am Rande erwähnt, denn ansonsten muss man ja dem Realismus in einem Unterhaltungsfilm keine Beachtung schenken, auch wenn er noch so kurz kommt.

Und das ist es ja auch. Wer auch immer mehr erwartet, der hat sich selbst in die Tasche gelogen. Schliesslich hat Steven Spielberg den Film gemacht, und nicht Stanley Kubrick, dessen Projekt es ja eigentlich war, der aber leider 1999 verstarb. Und weshalb Spielberg wohl irgendwo auch zum Scheitern verurteilt ist. Denn selbst bei "Schindlers Liste" merkt man Spielbergs grenzenlosen Optimismus, seine Liebe für Menschen und seinen Glauben an das Gute in selbigen.

Er ist also wohl denkbar ungeeignet, um das düstere Szenario von "A.I." in Szene zu setzen, auch wenn es ihm bemerkenswert gut gelungen ist. Denn für seine Maßstäbe ist der Film enorm kühl und distanziert geworden, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen seiner Werke - oder Produkte?

Was wir leider nie erfahren werden, ist, wie Kubrick diesen Film gemacht hätte, und dann wäre es durchaus interessant gewesen, diesen mit Spielbergs Ergebnis zu vergleichen... Das sollte doch mal eine Herausforderung für Hollywood sein, einen Film von zwei Regisseuren inszenieren zu lassen, die Leute so zu "zwingen" sich beide anzusehen - und man spart sich noch das Marketing für einen der beiden. *gg*

Eigentlich wurde ich ja von zuverlässigen Quellen gewarnt, dass der Film grottenschlecht ist, vielleicht hat sich da wieder der Opportunismus in mir gemeldet, und ich musste einfach etwas Positives finden - andererseits fand ich auch während des Filmes, mal wieder vom Ende abgesehen, durchaus die meiste Zeit, dass er durchaus in Ordnung ist.

Spielberg ist ja auch ein guter Regisseur, der einfach weiss, wie man die Kamera führt, wie man aus seinen Schauspielern etwas herausholt und wie man bei der Masse des Publikums Emotionen weckt. Er ist ein guter Handwerker, und wenn er mit Gefühlen spielt, so ist es bei ihm doch wenigstens gut gemeint, denke ich.

Und ich liess mich eigentlich ganz gerne in diese tragische Geschichte hineinziehen, in dem der Junge, der Roboter, nicht mehr will, als geliebt zu werden, und die Mutter nicht mehr will, als zu lieben. Es geht gar nicht so sehr um real oder künstlich, sondern einfach nur um diesen rational völlig unerklärlichen Aspekt des Menschen, seinen Hunger nach Liebe und Zuneigung.

Dies auf einen "toten" Gegenstand zu projizieren verändert daran nichts, es wird dadurch nur offensichtlicher. Eine der vielen Fragen ist dann halt nur, woran sich die Liebe des Menschen orientiert, wenn sie so sehr am Lebenden fixiert zu sein scheint, obwohl unsere Gefühle doch auch immer für Objekte geweckt werden kann. Oder warum die Liebe zu einem künstlichen Kind anders sein sollte, als zu einem Erwachsenen, wie in dem Film gemutmaßt. Ebenso gut könnte man ja meinen, dass ein künstliches Kind noch mehr Hass provoziert, weil dann sozusagen das heiligste des Menschen synthetisiert würde...

Alle Fragen, die "A.I." aufwirft, bedürften aber den Film nicht, er bleibt der Suche des Jungen treu und versucht nebenbei auch noch, eine Freigabe für Minderjährige zu erhalten, um an den Kinokassen Erfolg haben zu können. Wieder einmal eine Quadratur des Kreises, denn so kann man gar nicht versuchen, sich dem Thema ernsthaft anzunähern.

Also lässt man sich am besten von den großartigen Schauspielern mitreissen, die durch eine irrwitzige und in ihre jugendfreien Schranken gewiesene Story taumeln. Haley Joel Osment, schon in "Der sechste Sinn" umwerfend, verkörpert David, den kleinen Androiden, und darf sich vor Spielbergs erstaunlich ruhigem Blick "austoben". Jude Law in Gestalt des Liebesroboters wird dabei fast an die Wand gespielt.

Auf ironische Weise passt Frances O'Connor zum Film, da sie wie ein Klon von Sally Field wirkt, in ihren Gesten, in ihrer Mimik, ihrem Aussehen.

Einen besonderen Bezug haben auch die Szenen im überschwemmten New York, aus dem die Türme des World Trade Centers ragen, bekommen... Seit dem Anschlag am 11. September hat sich zumindest in dieser Hinsicht das Empfinden doch geändert, zumindest vorübergehend...


- BACK | HOME | NEWS | GUESTBOOK | MAIL -
Last Update: © madLoOm 07.10.2001