THREE KINGS > BACK - CINEPHREAK 
Three Kings > Goto Movieweb
Mit:
George Clooney, Mark Wahlberg, Ice Cube, ...

Regie:
David O. Russell

Links:
Official Homepage
Yahoo! Suchergebnisse
Imdb
MovieWeb
Film.at
Einspielergebnis

Trailer

Kritiken:
Der Standard
Die Presse
Kurier
[more to come]

[NEWS] Die Amis und ihre Kriege - weiss jemand, wieviele Filme sie schon selbst darüber gedreht haben? Ob Vietnam oder Korea, der Golfkrieg, der Bürgerkrieg oder ihre Beteiligung am Zweiten Weltkrieg... Ob's nun heroisch oder nachdenklich, schwarzweiss oder in Farbe ist, die grössten Regisseure und Schauspieler haben sich schon daran versucht. Dieses Mal ist's David O. Russell (who the fuck is David?), Dr. Batman George Clooney und das ehemals belächelte Unterwäschemodel Marky Mark, seit seiner Seriöswerdung unter dem Namen Mark Wahlberg bekannt.

Russell hat bisher zwei Filme ebenso wie "Three Kings" inszeniert und geschrieben, die da wären: "Flirting with Desaster", von dem ich zumindest schon mal gehört habe, und "Spanking the Monkey", der mir gar nix sagt. George Clooney hat sich vom TV-Doktor zum Kino-Star gemausert, und zumindest in "Out of Sight" (den ich leider nicht gesehen habe) eine ordentliche Performance hingelegt. Jedenfalls ist er ein Schauspieler, der über ordentliche Präsenz verfügt. Mark Wahlberg wiederum gibt seit einiger Zeit ganz gute Leistungen zum besten, überrascht mich immer wieder positiv, weil ich mich nicht an ihn gewöhnen mag.

So hat man sie also in die Wüste geschickt, um die Amis als Weltpolizei zu bejubeln, oder steckt da mehr dahinter?

Es geht recht locker und lässig zu, wenn die US-Army einen Sieg zu verzeichnen hat, suggeriert uns der Film anfangs. Eigentlich ist alles lustig und von Drill ist keine Spur, die Armee ist Party und die Medien geben die richtige Unterstützung und liedern einen blutleere Bilder.

Nach einiger Zeit fragt man sich dennoch, wo denn nun die Message bleibt... Ziemlich lange gibt sich der Film undifferenziert, duldet, was auch immer den Soldaten einfällt, lässt sie den Krieg als Spass erleben, ohne ihn auch nur irgendwie in Frage zu stellen. Zwar zeigt er plastisch, wie unangenehm es sein kann, wenn eine Kugel in Dich eindringt, aber das geht so schnell, dass man sich nicht wirklich betroffen fühlt.

Langsam beginnt die Stimmung aber doch zu kippen, wenngleich es immer bei der Satire bleibt, immer bei dem zwiespältigen Lachen über grausame Szenen. Und um das noch zu unterstreichen, wird eine ähnliche Optik wie bei "Romeo und Julia" eingesetzt, mit Zeitlupe, raschen Zooms, wackeliger Kamera, Schnellvorlauf und unterschiedlichem Filmmaterial. Das kommt die meiste Zeit gut, besonders bei einigen der ziemlich geilen Actionsszenen, als aber der Lauf einer Kugel beim Bruch der Waffenruhe verfolgt wird, wirkt es eher lächerlich, obwohl die Situation aufs äusserste angespannt ist.

So sind die "Three Kings" Clooney, Wahlberg und Ice Cube, sowie der vierte, der nicht zu Königswürden kommt, Spike Jonze, anfangs nur auf der Suche nach Saddams Gold, noch im Siegestaumel, da ja Kuwait befreit wurde, und siegessicher, da sich ihnen kaum jemand in den Weg stellen wird, schliesslich sind sie Amerikaner. Nach und nach wird diese Vormachtsstellung aber demontiert, ihre Naivität blossgestellt und ihre Gier in Grossmut umgewandelt.

Natütlich kommt dabei keine tiefsinnige Botschaft mit, bei einem Unterhaltungsfilm, den ja schliesslich auch alle verstehen sollen. Schliesslich sollten mittlerweile alle kapiert haben, dass es den Amis nicht um den Staat Kuwait sondern um dessen Öl ging, dass sie selbst den Irak gestärkt haben, als er im Kampf gegen den Iran noch nützlich war und man die Irakische Bevölkerung immer wieder im Stich gelassen hatte. Aber es hört sich ganz gut an, wenn Clooney meint, man wäre der Wahrheit nahe, wenn's nach Scheisse stinkt und Wahlberg Öl trinken muss, weil er immer noch dachte, Kuwait wäre bloss vor den Expansionsgelüsten des Iraks zu schützen.

Immerhin tut es ganz gut, wenn Clooney auch mit typisch Amerikanischen Eigenschaften wie der Begeisterung anderer für das Gemeinsame einfährt, als er im Grunde egoistische Motive verfolgt. Dafür nervt er mit seiner Rolle, die vor Leadership nur so strotzt, aber die Leute brauchen wohl jemanden, der ihnen immer zeigt, wo's lang geht, weil sie nicht in der Lage sind, ihren eigenen Weg zu finden. Man kann nur immer hoffen, dass der Führer humanistischer Natur ist.

Jedenfalls dürfen uns die Three Kings zeigen, während wir uns königlich amüsieren, dass die Iraker auch nur Menschen sind, und selbst deren Armee nur deswegen so böse, weil sie Todesängste vor Saddams Rache durchleben und dass die Reporter zwar ehrgeizig sind, aber dennoch auch für Stories bereit sind, die mehr bringen, als nur ihre Karriere zu fördern.

Dennoch, wenn die Botschaften auch noch so plakativ gebracht werden und abgenudelt wirken, der Film ist immer noch ein kleiner Beitrag für Verzicht zugunsten Humanität und zeigt schonungslos die unnötige Brutalität des Krieges, wie eben auch die Falschinformation von Bevölkerung und Soldaten.

Wer einen Film braucht, um das zu begreifen, dem wäre ohnehin nicht mehr zu helfen...


- BACK | HOME | NEWS | GUESTBOOK | MAIL -
Last Update: © madLoOm 20.02.2000